Die Sache mit der “Twittiquette”
Ich glaube, so alt Twitter ist – so alt ist auch die Diskussion über Etiquette bezüglich der Nutzung des Kurznachrichtendienstes, immerhin gibt es solche Regelungen ja überall und daher muss es “natürlich” auch für die Nutzung von Twitter von den Usern erdachte Regelungen geben – die Frage lautet also: “Was darf man, was nicht?“
Mein Standpunkt ist eigentlich ganz klar: Man darf alles. Warum und weshalb? Darum soll es in diesem Artikel gehen.
Schauen wir uns zu erst einmal die Funktionsweise von Twitter an: User A schreibt Tweets, User B wird auf die Tweets aufmerksam und folgt User A – dementsprechend tauchen die Nachrichten, die User A in den Äther bläst auch in der Timeline von User B auf. Nun ist es aber mitnichten so, das ein “Follow” eine endgültige Entscheidung ist – nein: User B kann jederzeit auf den Unfollow Button klicken und das verfolgen der Tweets von User A somit beenden.
Schauen wir uns dagegen zum Beispiel Foren an: User A schreibt Stuss in einem Thread – User B wird, ohne eigenes zutun, der Text vor den Augen haben (sofern er natürlich den Thread, also den Diskussionsstrang im entsprechenden Forum, anklickt) vor die Nase gehalten – ob er nun will oder nicht. Um diesen Beitrag nun nicht mehr lesen zu müssen, gibt es in vielen Foren die “Ignore”-Funktion: Jeder weitere Beitrag und alle Beiträge davor werden ausgeblendet. In manchen Foren ist nicht einmal das möglich: In diesem Fall muss User B den Beitrag melden und ein Moderator des Forums entscheidet nun, ob der Beitrag entfernt wird oder User A gar gesperrt wird. Problematisch daran: Der störende Beitrag wird möglicherweise nicht nur User B vor den Kopf stoßen, sondern mit seinem Beitrag deutlich mehr Nutzer nerven.

Der Unterschied ist somit klar: Während im Fall “Twitter” der Nutzer, welcher sich potentiell “gestört fühlt” zu erst einmal aktiv den Nachrichtenstrom des “Störers” ansehen und daraufhin folgen muss, läuft es im Fall “Forum” anders herum: Der Nutzer wird nicht gefragt, ob er die Beiträge des Störers lesen möchte, sondern wird ohne Eigenleistung beispielsweise bei seiner Recherche oder in einer Diskussion gestört.
Warum ich das ganze gerade jetzt schreibe?
Wer selber Twitter nutzt, hat in den letzten Tagen gleich drei Dinge durch seine Timeline rattern sehen können: Zum einen natürlich die FIFA Fußball Weltmeisterschaft, dann die Veröffentlichung der neuen Version des iDevices Betriebssystems “iOS4″ und zu guter Letzt natürlich auch die Auslieferung des iPhone 4.
Sicherlich interessiert nicht jeden jedes dieser “Ereignisse” – ich beispielsweise habe bisher genau 3 1/2 Spiele der WM verfolgt – das halbe Spiel auch nur weil ich Besuch von einem Italiener hatte (der im übrigen nach dem Spiel doch recht niedergeschlagen war
). Soll heißen: Ich habe im Allgemeinen nicht wirklich Interesse an Fußball. Auch das iPhone 4 interessiert mich, als Android begeisterter Vollnerd mit Drang zum Basteln, nicht wirklich. Dennoch habe ich mich nicht dazu hinreißen lassen, jedes mal darauf zu bestehen, das Twitter für “solche Zwecke” nicht gemacht ist – ich habe einfach den Twitterclient wenn es mich all zu sehr genervt hat und damit hat es sich. Andere Nutzer hingegen bestehen darauf, als einzige Personen auf der Welt die Weißheit und vor allem die “Anleitung zur Verwendung von Twitter” mit Löffeln gefressen zu haben und lassen es sich nehmen, alle fünf Minuten darauf hinzuweisen, wie nervig das alles doch ist und das ihre ganze Timeline ja nur noch aus Thema XYZ bestehen würde. Um ganz ehrlich zu sein: Einmal reicht – alles was danach kommt erinnert mich immer ein wenig an Kindergaten “Wäääh – ihr macht meine Timeline kaputt!”. Wenn es euch doch so sehr stört: Drückt den “Unfollow” Knopf, von mir aus Blockt die User und ihr seid es los. Wozu ein auf Subscription Basis ausgelegtes Medium reglementieren?
Wenn draußen Vuvuzelas tröten – DAS nervt und sich darüber zu echauffieren ist auch vollkommen nachvollziehbar: Immerhin hat der Tröter euch nicht gefragt, ob er euch im schlimmsten Fall um eure Nachtruhe bringen darf und auch das ausweichen ist eher schwierig – aber Nutzern zu folgen und sich über den Content im Nachritenstrom eben dieses Nutzers zu beschweren: Das will mir absolut nicht in den Kopf.
Mein Fazit daher ist: Ich werde auch weiterhin “Twitterprofis” aus meiner Timeline filtern und den anderen Nutzern ihren Spaß lassen – ich weiß nämlich, wo ich im Twitterclient meiner Wahl oder im schlimmsten Fahl auf der Twitter WebUI den Unfollow Button finde.












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